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Reiseberichte

 


INDIEN

Auf den Spuren der Maharadschas in Rajasthan - Inforeise im Zusammenarbeit mit der Elvia Reiseversicherung und Lufthansa

Vom 2. bis 11. Mai 2010 entdeckten zehn Counterkönige das atemberaubende Rajasthan und ließen sich auf einer Rundreise vom "Land der Könige" verzaubern.
Der Gruß Namaste ("Ich verbeuge mich vor Dir") begleitete sie während der gesamten Reise.
Stephanie Schulze schildert ihre Eindrücke:


INDIEN - Incredible India!


1. Tag: Anreise nach Delhi
Namaste ("Ich verbeuge mich vor Dir")! Dieser Gruß, mit vor dem Kinn zusammengelegten Händen, begleitete uns während der gesamten Reise. Eine Blumenkette und ein mit roter Pulverfarbe aufgetupfter Punkt an der Stelle des "Dritten Auges", das waren unsere ersten Eindrücke bei Ankunft in Neu-Delhi. Heiß, laut und etwas chaotisch ging es durch den Straßenverkehr weiter. Mit einem Schlag wird einem die Armut hier vor Augen geführt, Kinder in Lumpen gekleidet betteln auf der Straße, Menschen wohnen in Blech-Plastiktüten-Hütten. Der erste Eindruck nimmt uns die Luft, wir brauchen schon eine Pause.

2. Tag: Delhi
Die erste Sehenswürdigkeit wartet schon auf uns: der Qutab Minar Komplex, ein Gelände auf dem wir heute die Ruinen der ersten nach der muslimischen Eroberung der Stadt gebauten Moschee sehen. Ein absolutes Highlight ist dabei der Minarett-Turm, der mit über 70 m Höhe und einer Vielzahl an eckigen und runden Säulen sowie seiner reichen Verzierung mit in Stein gehauenen Schriftbändern mit Koranversen beeindruckt. Schnell noch ein Gruppenfoto geschossen und schon geht's weiter. Auf uns wartet ein interessanter Besuch in der Privatklinik von Dr. Sachdev, der so einige Vorstellungen der Teilnehmer zurechtrücken wird (http://www.privathospital.org/index.htm). Leider ist Dr. Sachdev nicht persönlich da, wir werden jedoch von einem sehr netten Arzt durch das komplette Krankenhaus geführt. Wir alle hoffen, trotz der idealen Ausstattung der Klinik diese nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Es soll sich bewahrheiten. Am Eingang zur Freitagsmoschee wartet die nächste Überraschung: alle Frauen der Gruppe müssen sich in muffige, 1000-fach getragene und niemals gewaschene, hässliche Kittelschürzen aus Synthetik quälen, eigene Tücher, lange Hosen etc. zählen nicht! Auf dem über 90 m langen Hof tummeln sich Inderinnen und Inder, Kinder und viele, viele Tauben. Immer wieder sorgen sie für schöne Fotomotive. Am Wasserbecken in der Mitte des Platzes werden die Reinigungen vor dem Gebet vorgenommen, er dient aber auch als Kommunikationszentrum. Das über 40 m hohe Minarett wird von einigen Mutigen über eine enge Wendeltreppe erklommen. Auf der etwa 3 qm großen Plattform, die zum Glück vergittert ist, befinden sich zwar bereits gefühlte 30 Menschen, aber wir quetschen uns noch dazu. Der Ausblick auf Delhi ist es allemal wert!

3. Tag: Delhi-Agra
Recht früh geht es am nächsten Tag los in Richtung Agra. Wir sind alle sehr gespannt, soll doch Agra mit dem Taj Mahal aber auch mit dem Roten Fort besonders interessant sein. Die Fahrt ist doch länger als wir denken, die Strecken unterschätzt man doch ziemlich. Am Nachmittag besuchen wir dann das Rote Fort, eine Festungs- und Palastanlage, die alle in ihren Bann zieht. Im Inneren sieht man wiederum Paläste, die aus weißem Marmor erbaut wurden, verziert mit Elementen aus Islam und Hinduismus. Das Highlight entdecken wir eher zufällig, ein absolut super Blick auf das Taj Mahal!

4. Tag: Agra-Ranthambore mit Fatehpur Sikri
Wir wollen zum Sonnenaufgang im Taj Mahal sein, also sind alle trotz der frühen Morgenstunde gut gelaunt und hoch motiviert. Wir stehen fast alleine vor den Toren des berühmten Taj Mahals. Ohne Counterkönige-Fahne (mussten wir abgeben) geht es also endlich. Wir erstürmen gemeinsam die Anlage, schon der Eingangsbereich ist recht beeindruckend. Kein Wunder, da hat sich der Großmogul Shah Jahan nicht lumpen lassen, wurde das Taj Mahal doch als Mausoleum für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal erbaut. Durch das wunderschön verzierte Eingangsgebäude hindurch öffnet sich der Blick auf das Taj Mahal. Kein Bild kann die wirkliche Schönheit des Taj Mahals einfangen - es ist ein Traum aus weißem Marmor. Schlicht aber doch beeindruckend liegt es am Ende der Wasserbecken in monochromer Stille, gestreift von den ersten Sonnenstrahlen des Tages. Wow! Hier werden von allen Fotos geschossen wie wild, alle Perspektiven und Gruppierungen werden durchprobiert. Wir bleibe noch eine Weile und machen uns weiter auf den Weg. Nach nur kurzer Fahrt steigen wir in einer anderen Welt aus: wir sind in Fatehpur Sikri angelangt, einer Geisterstadt in der Einöde. Von Großmogul Akbar aus Freude über seinen ersten Sohn mitten im Nichts 1569 erbaut, fanden hier auch seine zahlreichen Frauen Platz. Blöd nur, dass alle nach ein paar Jahren wieder gehen mussten, weil kein Wasser mehr da war! Aber das nur nebenbei. Fatehpur Sikri hat was von einer Geisterstadt, nicht nur wegen der fehlenden Touristen und indischen Verkäufer. Die Grillen zirpen, die Hitze flirrt über die Sandsteingebäude. Kaum zu glauben, dass hier quirliges Leben herrschte und der Mogul mit über 300 Frauen hier lebte, die sich alle nur in den entsprechenden Teilen der Gebäude aufhalten durften. Immerhin gab es Frisier- und Schminkzimmer für unterschiedliche Jahreszeiten! Allerdings hatte sich Akbar auch solch makabere Sachen einfallen lassen wie ein Schachspiel, für das Sklavinnen als Spielfiguren herhalten mussten. Andere Länder, andere Sitten…

5. Tag: Ranthambore
Heute werden wir Tiger sehen! So dachten wir alle noch bei unserer Abfahrt am nächsten Morgen. Mit einem Safaribus (ohne Dach versteht sich) geht es zum Ranthambore Nationalpark, dem ehemaligen Jagdgebiet der Maharadschas, heute bekannt für die einfache Sichtung von Tigern - auch tagsüber. Na dann mal los! Im Staub der Steppe tummelt sich eine Menge Wild am See. Die Aussicht ist fantastisch, wir sehen Damhirsche, Antilopen und Gazellen. Nach dem Mittagessen geht es noch mal am späten Nachmittag in den Park. Die Tigerspuren sind schnell gesichtet, er ist -laut Insiderinformationen- direkt an einem der Eingangstore vorbeigelaufen. Die wilde Suche geht los, wir würden gerne den uns zugewiesenen Sektor wechseln. Leider sieht der Ranger das jedoch anders, pro Sektor gibt es eine limitierte Anzahl Fahrzeuge - gut für die Natur und die Tiere, in diesem Fall Pech für uns. Der Tiger lag wohl -laut Aussagen der glücklichen Touristen im richtigen Sektor- gemütlich im Gebüsch, schön für ihn. Trotzdem war der Park im sonst eher hektischen Indien eine Oase der Ruhe.

6. Tag: Ranthambore-Jaipur
Auf nach Jaipur, der Hauptstadt Rajasthans! Einige Counterköniginnen freuen sich besonders auf die Rosa Stadt (Pink City), wie Jaipur auch wegen seiner rosaroten Gebäude genannt wird - hört sich ja vielversprechend an. Wir brauchen den ganzen Tag, schauen uns noch einige Hotels an und freuen uns schon sehr auf das Amber Fort morgen!

7. Tag: Jaipur
Heute Vormittag steht ein weiteres Highlight auf dem Programm: Wir reiten auf Elefanten das Amber Fort hoch! Ok, manche von uns sind tatsächlich schon alte Hasen (wenn man das über Elefantenreiten sagen kann), aber für diejenigen unter uns, die noch nie auf einem Elefanten saßen, ist das ganz schön spannend, für diejenigen unter uns, die mit Montezuma zu kämpfen haben, jedoch auch... Es war ein ganz schönes Geschaukel, bis wir mal oben waren, immer zu zweit auf einem Elefanten (man soll sie ja nicht überladen) ;-) aber witzig war es allemal! Im Amber Fort ist es heiß und voll, es sind unzählige -hauptsächlich indische- Touristen unterwegs. Es ist eine riesige Anlage, von der wir nur einen kleinen Teil besichtigen, aber da viele mit dem indischen Essen kämpfen ist die Energie bald erschöpft. Besonders schön fand ich jedoch den Spiegelsaal, der über und über voll ist mit klitzekleinen Spiegelmosaiken, die den Raum ein bisschen aussehen lassen wie eine riesige Diskokugel! Anscheinend wurden die Spiegel aus Belgien importiert. Ich wusste gar nicht, dass Belgien so bekannt ist für seine tollen Spiegel? Runter zum Bus geht es dann zu Fuß, die Aussicht ist wirklich grandios und man kann sich gut in die Zeit zurückversetzen, in der das Fort eben als Festung gedient hat. Auf dem Rückweg stoppen wir noch am Palast der Winde, der zwar eine schöne Fassade hat, aber nichts anderes bietet. Immerhin hat er mit 953 ganz luftigen Fenstern einigen Haremsdamen Platz geboten, das Geschehen auf der Straße zu beobachten. Ganz in der Nähe stoppen wir beim Observatorium, Jantar Mantar, das 1728 errichtet wurde. Mit seinen riesigen Sonnenuhren und vielen Messinstrumenten steht es mitten in der Stadt wie ein surrealistisches Kunstwerk. In der Hitze des Tages flirren nicht nur die Sonnenuhren sondern auch bald unsere Köpfe. Es ist sehr interessant, aber um Schlimmeres abzuwenden verkürzen wir die Führung etwas. Am Abend machen wir uns noch auf, den ersten großen Shoppingversuch zu starten, der leider aufgrund der sehr knappen Öffnungszeiten nicht so richtig gelingen will.

8. Tag: Jaipur-Mandawa
Der Vormittag verläuft recht unspektakulär im Bus, es wird geschlafen, geplappert, Bananen gegessen. Doch die Fahrt lohnt sich sehr, sind wir doch in der Zwischenzeit in Mandawa angekommen, bzw. in unserem Hotel mitten in der Wüste! In Mandawa können wir in einige der wunderschönen Haveli Häuser gehen, die früher reichen Handelsfamilien als Zuhause dienten. Wir sind begeistert, sind die Häuser architektonisch schön angelegt und zudem wunderschön verziert mit Wand- und Deckenmalereien. Es ist wie im Bilderbuch.

9. Tag: Mandawa-Delhi und Abflug
Nach einer rauen Nacht mit polnischen Expedienten besichtigen wir noch sog. Heritage-Hotels, die sich wie in 1.001 Nacht orientalisch-exotisch in das Örtchen schmiegen. Wir machen uns beschwingt auf die Rückfahrt nach Delhi. Das waren superschöne letzte Eindrücke, die wir hier aufgesaugt haben! Wir haben bei Ankunft in unseren "Stundenzimmern" noch für mehr Zeit als nur eine Dusche. Die Shoppinghungrigen unter uns machen sich also auf in eine vielversprechende Shoppingmall, die im Endeffekt aus 2 Läden bestand. Das ein oder andere Teil wurde hier gekauft, der Rest eben am Flughafen. Müde, voller Impressionen, nachdenklich und glücklich machen wir uns auf zu unserem LH-Flug nach Deutschland.

10. Tag: Ankunft in Deutschland
Da wir in alle Winde zerstreut wohnen, verabschieden wir uns in Frankfurt und fahren/fliegen alle wohlbehalten nachhause. Es war eine tolle Reise, danke an Sarah für die nette Betreuung, an Aymen für die Organisation und an Alois, dass du deinen plüschigen Vertreter mitgeschickt hast!

 


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