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Reiseberichte

 


PAPUA NEUGUINEA

Alleine in Papua-Neuguinea-ein kurzer Reisebericht. 14.07.2009



Nach langem Überlegen entschied ich mich für eine Reise nach Papua-Neuguinea. Die Gründe, dieses Ziel zu wählen, würden bereits ein Buch füllen und sind jetzt nicht wichtig. Nach langer Anreise von Basel her, erreichte ich am 14.7.09 um 8.10 Uhr Port Morseby am internationalen Flughafen, mit 10 Minuten Verspätung. Nach Plan blieben mir somit 35 Minuten zum Aussteigen, Visa- und Zollformalitäten erledigen und einchecken im benachbarten domestic airport. Ein Ding der Unmöglichkeit, wohl auch bei uns. Meine Ankunft in PNG startete also mit, problemlosem, Umbuchen auf einen Nachmittagsflug um 16.00 Uhr nach Mt. Hagen. Nur, wie die Zeit verbringen? Alleine durch die Stadt "flanieren"? Nicht möglich. Wie in fast allen anderen Städten wurde mir dringend davor abgeraten alleine unterwegs zu sein- und als Frau halte ich mich daran. So sitze ich die Stunden, nach einem Frühstück mit meinem Guide in einem Hotel, in der departure lounge ab. Im Lauf der Reise gewöhne ich mich daran, nie alleine das Hotel verlassen zu können. Nur am Ende meiner Reise, in Rabaul, da kann ich einfach so das Hotel verlassen, ohne guide. Und jetzt ist das ein komisches Gefühl.

Ich habe eine Rundreise gemacht, beginnend in den eher kühlen Highlands mit Mt. Hagen, Goroka, via Kundiawa zum Fusse des Mt. Wilhelm, mit 4500 m höchster Berg in PNG. Von da weiter in die warme, feuchte Küstenregion, nach Madang, und mit Inlandflügen via Port Morseby nach Kokopo/Rabaul, East New Britain.

Höhepunkte meiner Reise, auf der ich immer von guide und driver begleitet wurde, waren sicher die Shows in Tambul, Umgebung Mt. Hagen und in Komunive, ein Dorf im Assaro Valley. In Tambul wurden mir verschiedene Darbietungen wie z.B. Feuer auf traditionelle Art entfachen, der Erdofen Mumu, Tanz und Gesang in traditioneller Bekleidung und Bemalung vorgeführt.
In Komunive erhielt ich eine Darbietung der Mudmen. Und immer alles nur für mich alleine, das ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig, sehr speziell. Ein weiterer Höhepunkt war sicher die geplante, aber leider dem Regen zum Opfer gefallene Besteigung des Mt. Wilhelm. Aber schon nur der Aufstieg von Betty's lodge aus, im wunderschönen Simbu-Tal gelegen, durch den Regenwald und der Aufenthalt im Base Camp waren sehr eindrücklich. Allerdings wars im Base Camp "affenkalt", eine ungeheizte Hütte auf ca. 3200 m.ü.M! Ein Aufenthalt in Betty's lodge ist auf jeden Fall empfehlenswert, und sei es nur zum bird- oder orchidwatching. Betty ist eine sehr liebenswürdige, engagierte Gastgeberin die sich persönlich um das Wohl ihrer Gäste kümmert und nebenbei noch eine Forellenzucht betreibt. Die lodge liegt mitten im Regenwald, abends "stören" nur die Vogelschreie. Was die Reise zu Betty allerdings zum Abenteuer werden lässt, ist die "Strasse". Ca. 3 Stunden auf bestenfalls Landstrassen.
Man wird durchgeschüttelt wie das Eis im Schüttelbecher eines Barkeepers. Rückenbeschwerden sollte man auf dieser Reise nicht haben. Überhaupt die Strassen. Auch die wenigen Highways sind gespickt mit Schlaglöchern, Stellen ohne Asphalt. Die driver sind vollauf gefordert aber immer fühlte ich mich sicher herumkutschiert. Es gäbe noch so vieles zu erzählen, aber kein Reisebericht ersetzt die Reise nach PNG. Die Leute waren immer sehr nett, offen, freundlich und interessiert, woher man kommt, was man in PNG macht. Ich erhielt sogar ein Dankeschön, dass ich nach PNG gekommen bin.

Nach 2 Wochen hiess es dann, Abschied nehmen, die Heimreise antreten. In Singapore traf mich dann der Kulturschock völlig unerwartet. Dieser Lärm, die vielen, hektischen Leute, der Glanz, die Fülle. Und in unserer reinen Welt zu Hause angekommen, wurde ich von meinen Töchtern sanft darauf hingewiesen, dass ich speziell dufte. PNG hat einen eigenen, schwer zu beschreibenden Duft, der sich in allem festgesetzt hat. Er liess sich auswaschen, die Erinnerungen haben sich für immer eingeprägt. Es war eine sehr spezielle Reise in eine fremde Welt, die mir ans Herz gewachsen ist.

Lukim yu

Gabi aus Basel

 






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